Bericht zum YouBelong-Seminar

Vom 3. bis 8. November 2025 fand das YouBelong-Seminar für ehrenamtliche und hauptberufliche Fachkräfte der Jugendarbeit aus Pommern (Polen), Südmähren (Tschechien), Nouvelle-Aquitaine (Frankreich) und Mittelfranken (Deutschland) in Nürnberg statt. Rund 40 Teilnehmende beschäftigten sich sechs Tage lang intensiv mit Fragen rund um die Inklusion in der Jugendarbeit.

Ein Auftakt voller Energie


Schon beim ersten Kennenlernen liegt eine besondere Stimmung im Raum. Mit Sprachanimationen und gruppendynamischen Spielen wird gelacht, gestikuliert und ausprobiert. Fremde Gesichter werden zu vertrauten Gesprächspartnern, und die Inklusionskarten helfen, erste Gedanken zum Thema „Inklusion" zu sammeln.

Die inklusive Party - Inklusion in der Jugendarbeit


Die Teilnehmenden werden von Referent*innen, Marion Seidl und Elisa Skowron vom Diversityreferat des KJR-München auf eine fiktive Party mitgenommen – doch nicht irgendeine, sondern eine inklusive. Wer darf kommen? Welche Bedürfnisse müssen berücksichtigt werden? Wie baut man ein Netz der Gemeinsamkeiten? Bald wird klar: Inklusion bedeutet mehr als offene Türen, es heißt, aktiv Barrieren abzubauen, Ausschlüsse zu verhindern und Keine*n zu vergessen.

Geschichte als Mahnung


Gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen des DokuPäd führt der Weg hinaus zum Reichsparteitagsgelände. Die steinernen Monumente erinnern eindrücklich an eine Zeit, in der Ausgrenzung und Gewalt staatlich organisiert und bewusst eingesetzt wurden. Die Exkursion ist dabei bewusst als Gegenbeispiel für Inklusion gewählt: Sie macht deutlich, wie wichtig es ist, dass Jugendarbeit heute demokratische und inklusive Werte vermittelt. Gerade im Kontrast zu den Symbolen der Macht und der Ausgrenzung wird sichtbar, dass Jugendarbeit Räume schaffen muss, in denen Vielfalt, Respekt und Teilhabe selbstverständlich sind.

Praxisorientierte Inklusion


Die Workshops während des Seminars sind praxisnah und intensiv. In einem wird Sprache vereinfacht, damit Anmeldeformulare für Freizeiten für alle verständlich sind. In einem anderen erleben die Teilnehmenden Dunkelheit – Übungen, die die Perspektive von Menschen mit Sehbehinderungen erfahrbar machen. Beim Thema Öffentlichkeitsarbeit entstehen Alternativtexte für Social Media, damit auch digitale Kommunikation barriereärmer wird.

Sport und Inklusion


Ein besonderer Höhepunkt ist die Einheit zu inklusiven Sportveranstaltungen. Die Teilnehmenden reflektieren, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Sportangebote wirklich allen offenstehen und was man mit Hilfe von Sportveranstaltungen erreichen kann. Anschließend werden verschiedene Sportarten ausprobiert: Lenkball - mit den Trainer*innen vom Post Sportverein Nürnberg und schließlich Rollstuhlbasketball mit den „Falcons". Für viele die Sportstunde ihres Lebens, die eindrucksvoll zeigt, wie Inklusion Bewegung und Gemeinschaft schafft.

Hospitationen in den mittelländischen Einrichtungen – gelebte Praxis


Besuche bei mittelfränkischen Einrichtungen wie Mühlenkraft, Estragon, Jugendhaus TetriX und Fliederlich geben wertvolle Einblicke in die Praxis der Jugendarbeit. Dort wird Inklusion im Alltag gelebt – von offenen Jugendhäusern über Outdooraktivitäten bis hin zu Projekten für queere Jugendliche. Unterschiedliche Ansätze zeigen: Inklusion hat viele Gesichter und im Focus der inklusiven Jugendarbeit stehen verschiedene Zielgruppen.

Informationen zu Ländern, Organisationen und Sprachanimation


Während des Seminars fand täglich eine Vorstellung der beteiligten Organisationen statt. Ergänzt durch Sprachanimationen erhielten die Teilnehmenden nicht nur Einblicke in die jeweiligen Länder, sondern auch die Möglichkeit, Kontakte für zukünftige Kooperationen zu knüpfen. So wurde das Wissen über die beteiligten Organisationen und Regionen erweitert und ein nachhaltiges Netzwerk für internationale Projekte geschaffen.

Transfer und Ausblick


Im Rahmen von Transferaufgaben reflektierten die Teilnehmenden die Inklusivität ihrer eigenen Arbeit und entwickelten konkrete Maßnahmen, um die Seminarergebnisse in ihren Einrichtungen umzusetzen. Die Projekte sollen im Laufe des Jahres realisiert und beim Folgeseminar YouBelong 2 vorgestellt werden. Zum Ende des Seminars erfolgte eine gemeinsame Evaluation. Die Teilnehmenden reisten mit zahlreichen neuen Ideen, praktischen Impulsen und wertvollen Kontakten zurück in ihre Regionen.

Informationen zum inklusiven Kartenset


ein Kartenset mit Fragen rund um Inklusion, die während des Seminars verwendet wurden. Dieses Set enthält Fragen zur Inklusion in fünf Sprachen und soll als Gesprächseinstieg in das Thema Inklusion dienen. Es kann nach dem Seminar in der Jugendarbeit vor Ort verwendet werden, um über inklusive Jugendarbeit zu sprechen. Da insgesamt vier Seminarteile geplant sind, wird das Kartenset künftig schrittweise erweitert. Pro Teil sollen etwa zehn Karten entstehen – jede Seminareinheit bekommt dabei eine eigene Farbwelt, um sich visuell voneinander abzuheben.

Hier findet ihr das inklusive Kartenset.

 

Hier findet ihr die Videodokumentation.

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