Fachtagung für Diversität. Rassismus in Deutschland. Erkennen - benennen - begegnen

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Fachtagung für Diversität

Rassismus in Deutschland

Erkennen - benennen - begegnen

02.12.2021 ab 10:00 Uhr
online über Zoom

Auf diesem Fachtag stehen die Strukturen und Ausprägungen von Rassismus in Deutschland im Fokus. Aus unterschiedlichen Perspektiven werden diese im Hauptvortrag und den Workshops analysiert und Handlungsmöglichkeiten vorgestellt und erarbeitet. Themen sind unter anderem antimuslimischer Rassismus, extrem rechter Terror, Empowerment und Allyship, soweit Vernetzung migrantischer Communities.

Der Fachtag richtet sich an hauptberufliche und ehrenamtliche Multiplikator*innen aus der Jugendarbeit, Bildung und Beratung sowie an Engagierte in  Integrationsbeiräten.

Zeichnung Frau mit langen Haaren, davor Text in rot: Alle Barrieren abzubauen ist das Ziel

Hauptvortrag

Rassismus in Deutschland – Why we matter

Emilia Roig geht auf die verschiedene Facetten von Rassismus in Deutschland ein, deckt Muster der Unterdrückung auf und leitet zur radikalen Solidarität an. Sie zeigt - auch anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie, wie Rassismus und Black Pride, Trauma und Ausschwitz, Homofeindlichkeit und Queerness, Patriarchat und Feminismus aufeinanderprallen.

Dr. Emilia Roig

Gründerin und Direktorin des Center for Intersectional Justice (CIJ) und Autorin des Buches „WHY WE MATTER. Das Ende der Unterdrückung“. Dozentin im Social Justice Study Abroad Program der DePaul University of Chicago und lehrt zu Intersektionalitäts-Theorie, Postkoloniale Studien, kritische Rassismus-Forschung und internationalem und europäischem Recht.

 
 

Workshops

1) How to share my power?! Empowerment-orientierte Jugendarbeit

Empowerment ist eine Widerstandsform gegen Diskriminierungen und ein pädagogischer Ansatz, um Menschen in ihrer Selbstachtung und Selbstbestimmung zu fördern.

Zentral sind Räume, in denen das Artikulieren und der Austausch von Diskriminierungserfahrungen und Emanzipation als auch das Entwickeln von widerständigen Handlungspraktiken ermöglicht und unterstützt wird.

In diesem Impuls-Workshop nähern wir uns den Facetten des Empowerments. Wir sprechen darüber, wie wir durch Selbstreflexion mehr Sensibilität für Diskriminierungserfahrungen erlernen können und wie Empowerment von und für Kinder und Jugendliche in der pädagogischen Praxis umgesetzt und unterstützt werden kann.

Filiz Şirin

Dipl. Sozialwissenschaftlerin, tätig als Bildungsreferentin in der FUMA Fachstelle Gender & Diversität NRW zu den Themen Diversitäts- und Genderreflektierte Pädagogik, empowerment-orientierte Jugendarbeit und Social Justice.

 
 

2) Antimuslimischer Rassismus

In diesem Workshop analysieren Sema Oğuzcan-Avci und Usama Shehadeh Rassismus als historisch gewachsene und global wirksame Machtstruktur, welche auch heute auf verschiedenen Ebenen Wirksamkeit für Betroffene und Nicht-Betroffene entfaltet. Anhand persönlicher Rassismus-Erfahrungen und deren geschlechtsspezifischen Unterschiede werden Wechselwirkungen zwischen Rassismus und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit veranschaulicht. Narrative und Funktionen des antimuslimischen Rassismus werden aufgezeigt. Abschließend werden didaktische Grundlagen und Methoden vorgestellt, um mit (Jugend-)Gruppen über Rassismus und Anti-Rassismus ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen zwischen den Teilnehmer*innen ausgetauscht.

Sema Oğuzcan-Avci

B.A. in Pädagogik und Islamisch-Religiöse Studien, freiberufliche Bildungsreferentin zum Thema (Antimuslimischer) Rassismus.

Usama Shehadeh

Sozialpädagoge in der Jugendhilfe in Nürnberg, M.A. Soziale Arbeit. Tätig in der politischen (Jugend-)Bildung für verschiedene Träger*innen. Teamender für ufuq.de und freiberuflicher Referent zu den Themen (antimuslimischer) Rassismus und Antisemitismus.

 
 

3) Aus dem NSU-Komplex lernen?

Der NSU-Komplex ist bis heute zu großen Teilen nicht aufgeklärt, obwohl seit der Selbst-Enttarnung des NSU bereits zehn Jahre vergangen sind. Im Workshop wollen wir uns mit dem gesellschaftlichen Umgang mit rechtem Terror am Beispiel des NSU-Komplexes beschäftigen. Wieso wurden die Hinweise von Angehörigen und Betroffenen auf ein mögliches rassistisches
Tatmotiv nicht ernst genommen? Was sagt das über die Ermittlungsbehörden und über die weiße Mehrheitsgesellschaft aus? Wie können wir uns für die Forderungen von Betroffenen nach Aufklärung und Erinnerung stark machen und diese auch in unseren jeweiligen Arbeitsfeldern als Multiplikator*innen aufgreifen?

Über diese Fragen wollen wir in den Austausch kommen und werden einen Einblick in unsere Erfahrungen mit politischen Bildungsprojekten zu dem Thema geben.

„Bildungsinitiative Lernen aus dem NSU-Komplex“ (BiLaN)

BiLaN ist ein Netzwerk von Multiplikator*innen der politischen Bildungsarbeit. Es versteht sich als Schnittstelle zwischen Bildungsarbeit und Aktivismus. Aus dem NSU-Komplex zu lernen heißt für BiLaN rassismuskritische Reflexion, Solidarität mit den Betroffenen und Unterstützung ihrer Anliegen.


4) Empowerment und Vernetzung von migrantischen Communities

Die kommunalen Integrationsbeiräte sind ein unverzichtbarer Partner für Teilhabe und Integration in Bayern. Sie sind, als mehrheitlich demokratisch gewählte Gremien, Spiegelbild und Sprachrohr für alle Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund, Brückenbauer zwischen migrantischen und deutschen Milieus und wichtiger Demokratiepartner für die kommunalpolitischen Akteur*innen.

Viele Beiratsmitglieder haben selbst Diskriminierung und Rassismus erlebt oder sind in ihrer Arbeit als Beiratsmitglied damit konfrontiert worden. Ihnen ist es besonders wichtig, Betroffenen zu helfen, sie zu empowern, die Lücken in Diskriminierungsformen im eigenen Wirkungskreis zu schließen und weitere Akteur*innen dazu bewegen dieses Thema aufzugreifen.

In diesem Workshop wollen wir diskutieren und Erfahrungen teilen, wie Vertreter*innen migrantischer Communities miteinander in die Vernetzung und den Austausch mit einzelnen Initiativen, Strukturen und Individuen kommen können, um gemeinsam Voraussetzungen zu schaffen das Phänomen Diskriminierung stärker und nachhaltiger zu bekämpfen.

AGABY

Die Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns vernetzt und unterstützt die kommunalen Beiräte bei ihrer Aufgabe, die Interessen der Migrant*innen in der Kommunalpolitik vor Ort zu vertreten. Ziel ist die Förderung eines demokratischen, gleichberechtigten Zusammenlebens von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Bayern und die Anti-Rassismus- und Antidiskriminierungsarbeit.

Ablauf

Bis 10:00 Uhr -  Ankommen im Online-Raum

10:00 Uhr - Begrüßung

10:20 Uhr - Hauptvortrag und Diskussion

11:30 Uhr Mittagspause

12:00 – 14:15 Uhr Workshops

14:15 Uhr – künstlerische Einlage

14:30 - Methode Zusammenfassung und Weiterdenken

15 Uhr - Ende

Barrierefreiheit

 

Übersetzung des Hauptvortrags in Gebärdensprache.

 

Weitere Übersetzung der gesamten Veranstaltung in Gebärdensprache bei Bedarf.

Bitte macht entsprechende Angaben bei eurer Anmeldung oder setzt euch direkt mit uns in Verbindung.

Wir bemühen uns die Teilnahme aller zu ermöglichen. Bei Fragen und Bedarfen zur Barrierefreiheit sprecht uns gerne an!

 

 

Veranstaltungsort und Kontakt

Die Veranstaltung findet nicht wie geplant im Caritas-Pirckheimer-Haus statt. Sie findet online über Zoom statt.

 

Ansprechperson im CPH: Martin Stammler (stammler@cph-nuernberg.de)

Ansprechperson beim Bezirksjugendring Mittelfranken: Theresa Lang (theresa.lang@bezjr-mfr.de)

 

Anmeldung

Bitte bis 25.11.2021

Bitte nutzt zur Anmeldung eine der Möglichkeiten:

  • per e-Mail: akademie@cph-nuernberg.de
  • telefonisch unter 0911 23 46 145
  • online hier

 

Bitte gebt bei der Anmeldung folgendes an:

  • den gewünschten Workshop
  • eure Bedarfe bezüglich der Barrierefreiheit
  • weiteres

 

Wir bemühen uns allen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen. Bei Fragen setzt euch bitte mit uns in Kontakt!

 

Kooperationspartner*innen

Die Veranstaltung findet als Kooperation des Bezirksjugendrings Mittelfranken, dem Caritas-Pirckheimer-Haus und AGABY statt.

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