Das Projekt

Vorlesen

Der Titel Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage bedeutet noch lange nicht, dass an einer Schule Rassismus nicht auftritt. Das Schild, das in den letzten Jahren schon 150 Schulen in Mittelfranken an ihren Türen angebracht haben, ist ein Zeichen dafür, dass die Schule sich auf den Weg gemacht hat, jeder Art der Ungleichbehandlung in der Schulgemeinschaft vorzubeugen und dieser aktiv und entschlossen zu begegnen. Der Erfolg des Projekts in Mittelfranken ist darin begründet, dass eine aktive Schüler*innencommunity bereit ist, sich mit Problemen im Schul- und Sozialumfeld auseinanderzusetzen und das Klima an den Schulen zu verbessern.

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Der Bonner Verein Aktion Courage e.V. initiierte das Projekt im Jahre 1995 und reagierte damit auf eine Welle rassistischer und rechtsextremistisch motivierter Gewalt zu Beginn der Neunzigerjahre in Deutschland. Viele Jugendliche wollten dagegen etwas unternehmen, zeigten jedoch eine kritische Distanz zu etablierten gesellschaftlichen Großgruppen wie Parteien, Kirchen oder Gewerkschaften.

 

 

 „Schule ohne Rassismus“ bot ihnen einen alternativen Organisationsrahmen. Ohne langfristige Bindungen an Einrichtungen der Erwachsenenwelt eingehen zu müssen, fanden Kinder und Jugendliche unmittelbar in ihrem Schulalltag die Möglichkeit, ihren Beitrag zur Verfestigung einer demokratischen Alltagskultur und zur Entwicklung von ethischen Werten und Normen zu leisten. „Schule ohne Rassismus“ ist heute eine europäische Jugendbewegung.

"Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage"

ist ein Projekt von und für Schüler*nnen. Es bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, in dem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. Es ist das größte Schulnetzwerk in Deutschland. Ihm gehören über 2000 Schulen an, die von über einer Million Schüler*innen besucht werden

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage wird eine Schule dann, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllt:

Mindestens 70 Prozent aller Menschen, die in einer Schule lernen und lehren (Schüler*innen, Lehrer*innen und technisches Personal) verpflichten sich, künftig gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage zum Thema durchzuführen.

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 Selbstverpflichtung

1. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.

2. Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig einander zu achten.

3. Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule ein Mal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.

Selbstverpflichtung in einfacher Sprache

Ich mache das freiwillig. Niemand hat mich dazu gezwungen.
Ich unterschreibe und ich verpflichte mich:

1. In unserer Schule sollen alle gleich gerecht behandelt werden.
Jetzt und in Zukunft. Niemand darf schlechter behandelt oder
benachteiligt werden. Dafür mache ich mich stark !

2. Wenn ich Gewalt, Beleidigungen oder schlechte Behandlung
mitbekomme: Dann sage ich etwas dagegen. Und ich sage das
meiner*m Vertrauenslehrer*in. Ich zeige Mut !

3. Unsere Schule muss etwas tun gegen ungerechte Behandlung,
Beleidigungen und Gewalt. Jetzt und in Zukunft.
Mindestens einmal im Jahr muss unsere Schule
ein Projekt dazu machen. Dabei helfe ich mit !

 

 

 

Der Titel ist kein Preis und keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit, sondern ist eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft. Eine Schule, die den Titel trägt, ist Teil eines Netzwerkes, das sagt: Wir übernehmen Verantwortung für das Klima an unserer Schule und unser Umfeld.